Frage 16: Welche Pflichten hat der Taufpate?

Heute fragen wir uns "Welche Pflichten hat eigentlich der Taufpate bzw. die Taufpatin"? Ist die größte "Pflicht" ein tolles Geschenk zu kaufen? Was erwartet die katholische Kirche von einem Taufpaten?

 Taufpate - Pflichten
Taufpate und deren Pflichten

 

Frage 16: Welche Pflichten hat der Taufpate?

Die katholische Kirche erwartet vom Taufpaten, dass:

 

- dieser zumindest am Schluss der Vorbereitungsarbeiten für die Taufe bei Seite steht

- der Taufpate nach der Taufe für das Glaubensleben sowie das christliche Leben des Getauften mitsorgt

- der Taufpate bei der Heiligen Taufe anwesend ist (als geistlicher Beistand der vergrößerten Familie sowie als Symbol für die Mutter Kirche)

- er den Eltern des Taufkindes beisteht, damit das Taufkind seinen Glauben mutig in der Welt bekennt

- er die Familie des Taufkindes durch regelmäßigen Kontakt vor der Isolierung mit der Kirche bewahrt

- der Taufpate bei der Tauffeier den Glauben der römisch katholischen Kirche bekennt und mitträgt

Vielleicht ist die Bezeichnung "Pflicht" für dich als kommender Taufpate bzw. Taufpatin schon störend. Dennoch möchte ich dich darauf hinweisen, dass du mit dem Patenamt gewisse Pflichten übernimmst. Wenn du jedoch eine Beziehung zur Familie des Taufkindes jetzt schon hast, sollten diese Pflichten eigentlich kein Problem für dich darstellen.

Eine Frage stellt sich für dich als Pate vielleicht, wenn du nicht so einen starken Bezug zur katholischen Kirche derzeit hast. Ich nenne diese Menschen gerne "Wertechristen". Das sind für mich Menschen, die nicht immer oder regelmäßig in die Kirche gehen, jedoch in deren Leben ein gutes Vorbild für andere Menschen sind. Durch die Werte, die sie leben, spiegeln sie auch Christus wieder. Eigentlich ist ihnen diese Tatsache nicht bewusst.

Kann man vom einem Wertechristen verlangen, dass dieser oder diese das Bekennen zur Kirche fördert? Ich kennen eine Familie, die hat eine Wertechristen als Taufpatin. Die Familie selbst ist sehr stark mit der Kirche verwurzelt. Wie hat diese Familie die Taufpatin "geschult"? Gar nicht.

Die Taufpatin selbst hat ja das Taufkind tief in deren Herz geschlossen. Es denkt immer an das Taufkind und ist regelmäßig für das Taufkind da. Die Eltern selbst respektieren das Glaubensleben der Patin. Interessanterweise kommen ganz "harmlose" Gespräche oftmals zum Thema "Kirche". Und dann sagt man soviel wie die Patin verträgt.

Also, bitte den Taufpaten oder die Taufpatin nicht überfordern! Auch wenn du überlegst Pate zu werden, habe keine Angst davor. Du musst (und sollst) nicht perfekt sein. Sei’ ein herzlicher Mensch, dann bist du auch ein guter Taufpate.

Habe noch einen interessanten Beitrag gefunden: "Was die Kirche von einem Taufpaten erwartet." Zur Erinnerung: Auch die Eltern haben Pflichten bei der Taufe.

Gottes Segen wünscht dir

Willi
(C) Taufoase.de

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6 Antworten auf Frage 16: Welche Pflichten hat der Taufpate?

  1. Jens sagt:

    Guten Tag,

    Unser Taufpate hat uns eine Frage gestellt die wir gerne beantwortet wüssten.
    Unser Taufpate ist nicht aus der Kirche ausgetreten, aber durch die Wende ist er nicht wieder registriert worden.
    Sodass er derzeit keine Kirchensteuern bezahlt.
    Nun zu unserer Frage was passiert mit unserem Taufpaten, wird nachgeforscht ob er Kirchensteuern gezahlt worden sind. Müsste er dann die Kirchensteurn nachzahlen und ab der Taufe dann wieder Kirchensteuern bezahlen.

    Vielen Dank für die Mühe
    und eine schöne Woche Ihnen

    Mit freundlichen Grüßen
    Jens

  2. Klaus Dittmann sagt:

    Hallo

    Habe mich eben damit beschäftigt, aus welchem Grunde die katholische Kirche einen Taufpaten nur mit Katholischem Glauben zulässt.

    Wenn man bei jeder Gelegenheit über dein gemeinsamen Glauben redet, passt eine solche einstellung doch nicht mehr in unsere Zeit. Wie Sie selber schreiben, man muss nicht dauernd in die Kirche gehen, einfach

    Sei’ ein herzlicher Mensch, dann bist du auch ein guter Taufpate. Das kann man mit sicherheit auch wenn man dem evangelischen Glauben anhängt. Würde mich wirklich für die Gründe der Katholischen Kirche interessieren, Dass man als Taufpate nur dann in Frage kommt, wenn man zu einer Christlichen Kirche gehört, ist schon klar, aber dass man als evangelischer Christ von der Katholischen Kirche nicht akzeptiert wird, finde ich schon sehr erstaunlich. Würde mich wirklich über eine Antwort freuen.

    viele Grüße

    Klaus Dittmann

  3. Pfarrer Christian sagt:

    Hallo Jens,
    Wie die Situation in Deutschland ist, weiß ich nicht genau, aber vermutlich sehr ähnlich wie in Österreich.

    Wenn jemand Teil einer Gemeinschaft sein möchte, dann ist es selbstverständlich, dass er den selben persönlichen Beitrag dazu leisten soll, wie es auch alle anderen tun.

    Gerade jemandem, der (wiederum) aufgenommen wird, wird die Gemeinschaft natürlich so weit wie möglich den Einstieg erleichtern.

    Am besten ist daher in Eurer Situation ein Brief an das zuständige Bistum, in dem euer Pate in spe um eine kulante Lösung bittet, die ihm bestimmt gewährt werden wird.

    IHS
    Pfarrer Christian

  4. Pfarrer Christian sagt:

    Lieber Klaus,
    Stell dir vor, eine befreundete Familie bittet dich, für ihr fußballbegeistertes Kind eine “Patenschaft” in Form von Besuchen der Matches und einer finanziellen Unterstützung zu übernehmen.

    Wenn Dich Fußball nicht interessiert, wirst du höchstwahrscheinlich ablehnen.
    Wenn du dich für das Kind widerwillig Woche für Woche zum Match quälst, wird es weder dem Kind noch dir etwas bringen.
    Wenn du Fan eines anderen Vereins bist, wirst du die Eltern bitten, jemand anderen zu suchen.

    Als Pate übernimmt man eine wichtige Aufgabe in einer Gemeinschaft, daher ist es selbstverständlich notwendig, dass man selbst dieser Gemeinschaft mit Überzeugung angehört.

    IHS
    Pfarrer Christian

  5. Elisabeth Ziecik sagt:

    Lieber Herr Pfarrer Christian, da es in der Klasse meines Sohnes einen Mitschüler gibt,der sehr gewaltbereit ist, nahm ich die Taufpatin zum Lehrergespräch mit. Na, mehr haben wir nicht gebraucht!!!Wurden regelrecht angeschnautzt und es wurde uns erklärt,daß Diese bei dem Gespräch nichts verloren hat.

    Stimmt, dies,Herr Pfarrer? Schliesslich sind wir immer in Kontakt und auch die Patin hat Interresse am Leben meines Sohnes. Hat sie diesbezüglich so wirklich gar kein Recht?

    Bitte vielmals um Antwort und verbleibe

    mit vielen lieben Grüssen

    Elisabeth Ziecik

  6. Markus sagt:

    Ich habe kaum noch Kontakt zu den Eltern von meinem Patenkind, das ich jetzt auch schon ein paar Jahre nicht gesehen habe! Ich möchte eigentlich kein Pate mehr sein, weil die Anforderungen der Mutter zu groß waren, hab ich mich zurückgezogen! Gibt es eine Möglichkeit, wie ich das Amt an jemanden anderen übertragen kann?