Die Eltern haben bei der Taufe die "wichtigere" Aufgabe als die Taufpaten. Dies war für mich zwar im ersten Moment ungewohnt, aber wenn man überlegt, stimmt es doch.
Welche Aufgabe haben die Eltern bei der Feier der Heiligen Taufe? Was müssen die Eltern genau tun in der Tauffeier? Was ist, wenn ein Elternteil nicht mit JA auf alle Glaubensfragen antworten kann oder will?

Aus der Schöpfungsordnung ergibt sich, dass Dienst und Auftrag der Eltern bei der Kindertaufe vor dem Auftrag der Paten den Vorrang haben.
Es ist von großer Bedeutung, dass die Eltern des Täuflings an der Feier teilnehmen, in der ihr Kind aus dem Wasser und dem Heiligen Geiste wiedergeboren wird.
Die Eltern des Kindes sind bei der Feier der Taufe aktiv beteiligt: Sie werden vom Taufspender direkt angeredet, und es fallen ihnen folgende Aufgaben zu:
a) sie erbitten öffentlich die Taufe ihres Kindes;
b) sie bezeichnen die Stirn ihres Kindes mit dem Kreuzzeichen, nachdem der Taufspender das gleiche getan hat;
c) sie geben die Antworten bei Absage und Glaubensbekenntnis;
d) sie tragen das Kind zum Taufbrunnen (im allgemeinen wird das die Mutter tun);
e) einer von ihnen entzündet und trägt die brennende Kerze;
f) sie empfangen einen Segen, der in besonderer Weise als Mutter und Vatersegen formuliert ist.
Wird ein uneheliches Kind einzeln getauft, so entfällt das zweite Glied des Schluss-Segens, es sei denn, man wählt die vierte Segensformel (vgl. Nr. 36 D). Im übrigen ist der Ritus der gleiche wie beim ehelichen Kind.
Sollte ein Elternteil sich nicht in der Lage sehen, auf die Glaubensfragen zustimmend zu antworten, so kann er an dieser Stelle schweigen. Wohl wird von ihm verlangt, dafür zu sorgen oder wenigstens zuzulassen, dass das Kind, um dessen Taufe auch er gebeten hat, im Taufglauben erzogen wird.
Es ist Sache der Eltern, in den nun folgenden Jahren in Dankbarkeit und getreu ihrem Versprechen das Kind zur Erkenntnis Gottes zu führen, dem es durch die Taufe angehört; sie sollen es zum Empfang der Firmung und zur Teilnahme an der Eucharistie vorbereiten. Dabei wird ihnen wiederum der Pfarrer in geeigneter Weise helfen.
Quelle: Die Feier der Kindertaufe in den katholischen Bistümern des deutschen Sprachgebietes 1993
