Wir sind beim Teil 4 unserer Serie "Ostern und Taufe". Heute berichten wir über die Geschichte und die Bedeutung der Taufe und der Osternacht in der katholischen Kirche. In der frühen Kirche war die Osternacht der einzige Tauftermin. Warum sich dies geändert hat erfährst du weiter unten im Artikel.
Hier gehts zu: Zusammenhang von Ostern und Taufe (Teil1 dieser Serie)
Hier gehts zu: Papst Zitate über die Taufe in der Osternacht (Teil 2 dieser Serie)
Hier gehts zu: USA – Tausende Erwachsene in der Osternacht getauft (Teil 3 dieser Serie)
Die Geschichte der Taufe in der katholischen Kirche:
Der einzige und ursprüngliche Tauftermin war die Osternacht. Die Osternacht wurde von Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang gefeiert. In der Osternachtfeier waren folgende Bestandteile von Bedeutung: Gebete über dem Öl und Wasser, das Wasserbad und die Salbung mit Öl. Wasserbad und Salbung waren nicht auf bestimmte Körperstellen (Kopf, Stirn) beschränkt. Durch Untertauchen und Übergiessen wurde der ganze Körper "gewaschen". Vollzogen hat diese Feier der Bischof, Priester oder die Diakone. Wasserbad und Salbung fand in "Baptisterien" statt. Dies waren Taufhäuser bzw. Räume mit großen Taufbecken. Manchmal wurden auch Flüsse oder Quellen genutzt.
Aus dem Taufbecken heraus kamen die Leute dann mit brennenden Kerzen zur Gemeinde. Dort salbte der Bischof als Abschluss den Kopf und legte den Neugetauften die Hände auf – verbunden mit dem Gebet um die Erfüllung mit dem Heiligen Geist. Am Schluss gab es das Kreuzzeichen auf die Stirn sowie den Friedenskuss. Die Neugetauften bekamen ein weisses Festkleid. Dieses trugen sie eine Woche bis zum "Weissen Sonntag". Die Neugetauften durften nun das erste Mal an der Eucharistiefeier teilnehmen.
Die Taufe heute – warum nicht nur in der Osternacht?
Ab dem 4. Jahrhundert nahmen die Säuglingstaufen immer mehr zu. Im Mittelalter waren diese dann "Normalfall". Dadurch hatte die Taufe in der Osternacht an Bedeutung verloren. Symbole und Symbolhandlungen wurden nicht mehr durchgeführt: Das weiße Kleid, aus dem Taufbecken wurde der Taufbrunnen, statt Untertauchen wird das Taufwasser über den Kopf gegossen. Aus dem Taufbrunnen wurde dann der verschlossene Taufwasserbehälter. Auch wurde die Taufe nur mehr zur Familienfeier ohne der christlichen Gemeinde.
Hin zu früher durch die Liturgiereform?
Nach dem 2. Vatikanischen Konzil wurde der Charakter der Taue als Feier mit der Gemeine wieder stärker betont. Als vorzüglicher Tauftermin wird die Osternacht oder der Sonntag genannt. Die Osternacht wird speziell für die Erwachsenentaufe und für die Erneuerung des Taufversprechens genutzt.
Quelle: Bedeutung und Geschichte der Taufe von Pfarre St. Lukas
Mit lieben Grüßen
Willi von Taufoase.at
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