Am Aschermittwoch (25.2.2009) beginnt die Fastenzeit in der katholischen Kirche. Da drängt sich die Frage auf: Darf/soll ich mein Kind in der Fastenzeit taufen? Wir haben Pro und Kontras dazu…
Frage 20: Darf/soll man in der Fastenzeit taufen?
Du stehst vielleicht gerade vor folgender Situation: Dein Kind ist geboren und du möchtest die Heilige Taufe planen. Gerne möchtest du dein Kind so schnell wie möglich taufen lassen. Aber ist das erlaubt in der Fastenzeit? Soll ich das tun in der Fastenzeit?
Wie würde ich entscheiden?
Nein, denn ich nutze diese Zeit der Entsagung um dann das große Fest in der Osternacht zu begehen. Ostern und Taufe haben eine enorme Bedeutung. Und damit auch die Chance diese Taufe zu einem unvergesslichen Fest zu machen. Ich möchte nur gleich dazu sagen, dass dies meine persönliche Entscheidung wäre. Aufgrund verschiedener Faktoren wäre dieses NEIN für unsere Familie am Besten. Ich möchte aber betonen, dass eine Taufe in der Fastenzeit sehr schön sein kann und ebenso ein JA verdient hat. Es ist eine Sache, die man nur im Gespräch als Ehepaar klären kann. Hier ein paar pro und Kontras:
Pro Taufe in der Fastenzeit:
Kein Warten: Das Kind muss nicht bis Ostern warten um Kind Gottes zu sein. Eventuell könnte sonst ja eine Wartezeit von zwei Monaten entstehen.
Sonntag: Vielen ist nicht bekannt, dass jeder Sonntag in der Fastenzeit kein Fastentag ist. Sehr missverständlich ist die Bezeichnung "Fastensonntag", denn die stimmt so nicht. Jeder Sonntag ist ein Auferstehungstag und auch in der Fastenzeit wird am Sonntag nicht gefastet. Bei der Taufe am Sonntag in der Fastenzeit kann man diese Bedeutung hervorheben. So wird auch die Kirchengemeinde "belehrt".
Pfarrer: Der Heimatpfarrer unterstützt das Anliegen und tauft regelmäßig in der Fastenzeit. So ist deine Taufe keine "Ausnahmegenehmigung" an der sich eventuell andere Leute stoßen.
Einzeltaufe: In der Fastenzeit zu taufen ist auch die Möglichkeit eine Einzeltaufe zu haben. Denn in der Osternacht werden sehr oft mehrere Kinder getauft.
Familienfest: Die Einzeltaufe in der Fastenzeit ist ein Familienfest, an dem nur die eigene Familie beteiligt ist. Voraussetzung ist natürlich, dass ihr eine Einzelfeier habt.
Vorausschau: Durch die Fasten-Taufe schauen wir voraus auf die Auferstehung Jesu Christi. Dies soll keine Abwertung von Ostern sein, sondern ein Auf und Ab von Fasten, Tod und Auferstehung.
Stress vermeiden: Für manch Beteiligte kann eine Osternacht-Taufe emotionaler Stress sein. Gerade für Kirchenfremde ist ein Hochfest wie Ostern und gleichzeitig die Taufe zu emotional. Auch musst du Bedenken, dass viele Osternachtsfeiern spät am Abend sind. Hier kann man eventuell auf Ostermontag ausweichen, jedoch ist das in vielen Pfarren nicht möglich.
Kontra Taufe in der Fastenzeit:
Hochfest: Es ist wohl DIE einmalige Chance dein Kind an DEM Hochfest der Kirche taufen zu lassen.
Tradition: Lange Zeit gab es die Taufe "nur" in der Osternacht. Damit wird diese Tradition wieder mehr aufleben.
Pfarrer/Pfarre: In manchen Pfarren ist es nicht üblich, dass Taufen in der Fastenzeit stattfinden. Auch der Pfarrer ist von der Idee eventuell nicht begeistert und möchte die Taufe lieber in der Osternacht feiern.
Vorbereitung: Die Fastenzeit ist die Vorbereitung auf die Auferstehung Christi. Es könnte auch für dich eine wichtige und stärkende Zeit sein. Du hast ja deine Taufe und die Auferstehung Christi an einem Tag.
Fastenzeit hervorheben: Durch die Taufe nach der Fastenzeit werden die 40 Tage noch mehr betont. Gerade in den Taufheften oder bei der Feier selbst kann man das schön hervorheben.
Emotional: Gerade zu Ostern ist der Himmel weit offen. Dieses intensive Zeit kannst du für deine unvergessliche Taufe nutzen.
Erfahrungen: Rede mal mit Personen, die ihr Kind zu Ostern taufen ließen. Diese Leute schwärmen regelrecht von der Taufe in der Osternacht.
Wie du siehst habe ich nun ein paar Punkte pro und kontra aufgelistet. Gerade beim Schreiben ist mir bewusst geworden, dass die Entscheidung doch nicht so leicht fällt. Es sprechen gute Punkte dafür, aber auch gute Punkte dagegen.
Was bleibt? Zuerst würde ich diese Frage in das Gebet legen. Bitte doch den lieben Gott, dass er dir eine glasklare Antwort gibt. Und diese Antwort kann eben pro oder kontra sein. Er alleine weiss was für dich gut ist. Frage ihn doch gleich, er wartet darauf.
Mich würde interessieren, ob du dein Kind in der Fastenzeit taufen lässt? Ja oder nein? Warum?
Auf eine segensreiche Fastenzeit
Willi
(C) Taufoase.de


Ich bin selber im vergangenen Jahr an Ostern getauft worden und wir haben auch unsere Tochter in der Osternacht taufen lassen. Das war sehr emotional und bewegend. Vor allem deshalb, weil die Kirche wahnsinnig voll war und dadurch die Taufe irgendwie auch zu einem Gemeindefest wurde. Mit unseren Angehörigen haben wir uns zum Abendessen im Restaurant getroffen (nur Essen, nix feierliches), nach der Taufe war im Gemeindesaal Osteragape. Ich habe es sehr genossen und würde jedem ,der die Gelegenheit zur Taufe in der Osternacht hat, auch dazu raten. Die Fastenzeit würde ich zur Vorbereitung darauf nutzen (40 Tage gehen schnell vorbei).
Hallo Katrin,
danke für dein schönen Erfahrungen. Bei mir drängt sich eine Frage auf: Was machst du hier?
Deine Taufe und die deiner Tochter sind ja vorbei…
Natürlich bist du herzlich willkommen, wir freuen uns! Noch eine Frage:
Wie alt war deine Tochter bei der Taufe? Gerade wenn man kleine Kinder hat ist eine Osternachtstaufe oft sehr anstrengend, da diese oft lange dauert und die Kinder schon unruhig werden.
Lg
Willi