Die Nottaufe - Was ist die Taufe in Notfällen? Bedeutung, Geschichte, ...

Frage 4: Was ist eine Nottaufe?

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Nottaufe: Heute klären wir Frage 4 > Was ist eine Nottaufe? Wie ist die Geschichte der Nottaufe? Wer darf die "Taufe in Notfällen" in Anspruch nehmen? Was sagt die Katholische Kirche zur Nottaufe? Alle Antworten jetzt.

Nottaufe - Taufe in Notfällen
Nottaufe – Taufe in Notfällen

Was ist eine Nottaufe?
Wenn ein Ungetaufter in akuter Todesgefahr ist darf er die Nottaufe empfangen. Die Nottaufe kann ohne große Riten oder Formalitäten angewandt werden.

Wer darf die Nottaufe spenden?
Jeder Mensch darf einem anderen Ungetauften die Nottaufe spenden. Gut wäre es, wenn ein oder zwei Zeugen dabei anwesend sind.

Wie wird diese Nottaufe vollzogen?
Soweit es die Situation erlaubt, spricht der Taufspender das Glaubensbekenntnis. Danach gießt er Wasser (normales Wasser oder auch Weihwasser) über den Kopf des Täuflings und spricht: "Ich taufe dich im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes."

Muss dabei ein Gottesdienst gefeiert werden?
Nein. Nur wenn es die Zeit erlaubt sollte man noch eine kleine Taufgemeinde organisieren. Es kann ein kurzes Gottesdienst gefeiert werden.

Wie kann so ein kleiner Gottesdienst bei der Nottaufe aussehen?
Es wird Wasser (muss nicht gesegnet sein) bereitgestellt. Die Eltern und Paten (wenn möglich) versammeln sich vor dem kranken Kind. Danach folgen die Fürbitten. Ein Gebet schließt die Fürbitten ab. Dann beginnt der Taufspender das Glaubensbekanntnis und ladet dazu alle Anwesenden ein. Dann erfolgt die Taufe durch den Taufspender mit den Worten "Ich taufe dich im Namen des Vaters (Wasser übergiessen) des Sohnes (2.x Wasser übergiessen) und des Heiligen Geistes (3.x Wasser übergiessen). Jetzt überreicht der Taufspender das Taufkleid. Danach wird das Gebet des Herrn (Vater unser) gebetet. Genau beschrieben ist dieser Ritus mit den Texten hier.

Muss die Nottaufe gemeldet werden?
Ja. Die Nottaufe soll dem zuständigen Pfarramt gemeldet werden. Dabei sollen auch die Zeugen angegeben werden. Das Pfarramt prüft den richtigen Vollzug der Taufe. Dort wird die Nottaufe dann in das Taufregister eingetragen, damit das Kind nicht wiedergetauft wird.

Wie sah die Nottaufe im Mittelalter aus?
Im Mittelalter war man der Meinung, dass ungetaufte Kinder nicht so große Chancen zu deren Seelenheil hätten. Daher war die Nottaufe eine sehr gängige Sache. Die Hebammen führten sehr oft diese Nottaufen durch. Einige Leute mussten ermahnt werden, dass ein Nottaufe nicht mit Wein, Milch oder Bier durchzuführen sei. Im Falle der Nottaufe besprengte die Hebamme den herausragenden Teil des Körpers mit Wasser und sprach: "Geschöpf Gottes, hiermit taufe ich dich im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes." Auch wenn der Satz nicht richtig gesprochen wurde, galt die Taufe. Kinder bei denen man nicht wusste ob diese getauft sind, taufte man sicherheitshalber nochmals und sprach: "Wenn du schon getauft bist, taufe ich dich nicht."

Wie kann man zur Nottaufe noch sagen?
Die aktuellste Bezeichnung lautet "Taufe in Notfällen". Wenn ein Pfarrer bei einer Nottaufe dabei ist spricht man von der Jähtaufe.

Gibt es Ablehnung gegen die Nottaufe?
Ja. Einige reformierte Kirchen lehen die Nottaufe ab. Deren Argument: Die Gnade Gottes sei nicht von menschlichen Zeichen abhängig. Jedes Kind kommt automatisch in den Himmel.

Quellen:
Nottaufe – Wikipedia
Die Nottaufe im Mittelalter
Pastorale Einführungen: Die Nottaufe

Hast du eine Frage, die wir gerne beantworten sollen? Schreibe uns.

Lg

Willi

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